Sonntag, 31.08.2014

Noch einmal......machen, essen oder sehen!!! Der Countdown läuft meine letzten 2 Wochen brechen an

Seit meinem Urlaub mit meinem Schatz, arbeite ich nun schon wieder 2 Wochen und 2 stehen noch bevor.

Ich würde euch gerne kurz von den letzten 2 Wochen erzählen und euch an meinen Plänen für meine letzten 2 Wochen teilhaben lassen.

Ich bin so froh, mich für dieses Jahr in Tansania entschieden zu haben, diese Erfahrungen kann mir keiner mehr nehmen und ich habe mich in dieses Land verliebt. Deshalb genieße ich meine restliche Zeit noch so gut es geht, denn auf der anderen Seite freue ich mich schon riesig auf zu Hause und kann es kaum erwarten, meinen Schatz, meine Familie und meine Freunde in die Arme zu schließen und gebürtig empfangen und gefeiert zu werden :D Haha!!!

Die vergangenen 2 Wochen habe ich vor allem viel gearbeitet und habe die Zeit intensiv mit den Kindern verbracht, unterrichtet, gespielt, getanzt...Ich hatte sowohl in meinem Creativity Projekt in der Atlas School als auch im Red House sehr viel Spaß mit den Kindern.Besonders hatten die Kinder Freude daran Sandbilder zu gestalten. Manchmal ergeben die einfachsten Mittel, die tollsten Ergebnisse.

Sanbilder Klasse 2c Klasse 2c Klasse 2d Klasse 2a

Im Moment bin ich gerade dabei Abschiedsgeschenke für die Kinder zu basteln. Für die 30 Kinder im Red-House, bastle ich aus alten Konservendosen und tansanischen Stoffen "Stifteboxen". Gefüllt werden sie dann mit Stickern, Luftballon, Bleistift, vielleicht etwas Süßem und einem Klassenfoto.

hier ein paar der 30 Dosen, noch nicht ganz gefüllt

Bei der Atlas School gestaltet sich das alles etwas schwieriger, denn etwas für 280 Kinder zu finden ist doch nicht ganz einfach. Deshalb werde ich für jede Klasse eine Fotokollage basteln für ihr Klassenzimmer. Die Kinder lieben es Fotos zu machen und freuen sich hoffentlich über ein paar ausgedruckte Exemplare.

Dann habe ich noch einiges an Bastelmaterialien übrig, welche ich den neuen Freiwilligen vermache, welche ich am 10.9 am Flughafen abholen werde. Die Tage bis zu meinem Abflug, werde ich ihnen dann alles wichtige hier in Dar zeigen und sie zu ihrer Arbeitsstelle begleiten. Die Freiwilligen fürs Red House kann ich ja direkt einarbeiten und eine Übergabe machen. Meine Nachfolger für die Atlas School werden an den anderen Standort in MADALE gehen und dort ihren Dienst machen, da es mit meiner Schule ja nicht so einfach war. Nun hoffe ich für die "Neuen", dass die Bedingungen dort besser sein werden.

In letzter Zeit habe ich einige Abschiedsfeiern miterlebt. Zum Beispiel vor 2 Wochen Janinas und dieses Wochenende von Rika und Leonie. Nun geht es darum auch meinen Abschied vorzubereiten. In der Atlas School werde ich mit den Kindern in der letzten Woche tanzen und ihnen mein Geschenk überreichen. Mit den Kindern im Red House werde ich am Freitag 12.9 eine Abschiedsfeier machen. Gemeinsam mit den Kindern werden wir "Mandazi" (kleine Küchle) backen bzw. werden die in heißem Fett fritiert (wie so vieles hier). Und ich werde wahrscheinlich einen Obstsalat machen. Dann werden wir mit ihrem heiß geliebten Fallschirm spielen und zum Abschluss werde ich dem Red House den Fallschirm zum Abschied übergeben. Am Sonntag 14.9 werde ich ein Abschiedsessen für die Lehrer vom Red House (Yohanna, Anna und Mtema) und Princess und Marie (die Kinder) machen und zusätzlich Justice (ein Lehrer von der Atlas School) und wahrscheinlich die neuen Freiwilligen einladen. Dann wird es eine "Good by party" für mich und eine "Welcome party" für die Neuen. Am Montag will ich dann gerne mit Mama Tom und dem Hausmädchen hier zusammen kochen und ein Abschiedsessen zu Hause mit denen machen. Ja und dann mache ich mich nachts auf den Weg zum Flughafen, denn um 3.35 Uhr geht mein Flieger.

Ja wie gesagt genieße ich meine restliche Zeit hier noch. Letztes Wochenende kam ich in den Genuss einer Rooftop Party und konnte einen fantastischen Ausblick über Dar es Salaam bei Nacht genießen.

leider konnte meine Kamera die Skyline bei Nacht nicht einfangen

Die nächsten zwei Wochenenden werde ich wohl das tansanische Nachtleben noch etwas auskosten.

Was steht sonst noch auf dem Programm? Mitbringsel shoppen gehen und auf jeden Fall noch einmal an den Strand gehen und Sonne tanken für das kalte Deutschland. Ansonsten werde ich wahrscheinlich viele Dinge noch einmal tun, bei denen ich denke: "Noch ein letztes Mal........im Stau stehen, zur Arbeit fahren, Chapati und all die anderen tansanischen Spezialitäten auskosten, kalt duschen oder aufs Wasser warten. Noch ein letztes Mal..... Stromausfall, zu meiner Karotten "Mama" (Verkäuferin) gehen, auf tansanischem Boden schlafen, von Hand waschen, "Mzunungu" hören. Mir wird es wohl ungewöhnlich ruhig vorkommen in Deutschland.

Ich weiß gerade gar nicht ob ich das mal erklärt habe. "Kaka"=Bruder sagt man zu jungen Männern und Jungs, "Dada" zu jungen Frauen und Mädchen. Zur "Mama" wird sie wenn sie Mama ist oder man laut Alter davon ausgeht, dass die Frau Mama ist. Sprich wenn ich eine Frau zwischen geschätzte 30-50 treffe sage ich "Mama" danach ist es die "Bibi" (wie Oma). Bei Männern ist es dann "Baba" und später "Mzee"=alter Mann.                                                                                                                                      Der Respekt vor dem Alter ist sehr stark ausgeprägt. Ältere oder höher gestellte Personen werden zum Beispiel besonders begrüßt, nämlich mit "Shikamoo", die Antwort lautet "Marahaba".

In meinem Jahr hier in Tansania, habe ich mir immer wieder von meiner Gastfamiie tansanische Gerichte zeigen lassen und gemeinsam gekocht. Heute habe ich mich an die Herstellung von "Mandazi" (kleine fritierte Küchle aus Hefeteitg) getraut. Gemeinsam mit dem Hausmädchen von Mama Tom habe ich für die Familie hier und für die Abschiedsfeier von Leonie und rika heute Abend Mandazi gekocht. Aus den ganzen Rezepten werde ich mir dann ein tansanisches Kochbuch machen und in Deutschland einen tansanischen Abend veranstalten, natürlich mit tansanischem Essen und Deko.

den Teig in Stücke schneiden vorher nacher

So das war's nun erst einmal von mir. Werde wohl dann einen letzten Bericht nach meiner Rückkehr aus Deutschland schreiben.

Samstag, 16.08.2014

Neue Eindrücke aus dem wundervollen Tansania

Kurztrip nach Iringa

Dieser Trip ist schon eine Weile her. Im Juli habe ich ein paar andere Freiwillige übers Wochenende in der wunderschönen Bergstadt Iringa besucht. In diese Stadt habe ich mich sofort verliebt. Sie ist viel kleiner und ruhiger als Dar es Salaam und wunderschön in den Bergen gelegen. Dort habe ich an einem Fußballspiel teilgenommen "Freiwillige gegen die Lehrer einer Schule eines Freiwilligen in Iringa".

Wir haben gewonnen. Lustig war, dass es an dem Tag der WM war, als Deutschland auch gewonnen hat. Was euch vielleicht verwundern wird ist, dass ich nachts dort so gefroren habe, dass ich mit 2 Pullis, Hose, Wollsocken und 2 Wolldecken geschlafen habe, da es dort nachts erschreckend kalt ist, da Iringa sich auf einer 1600m hohen Klippe befindet. Auf dem Hinweg habe ich auch meine erste Buspanne erlebt und nach einer Weile Warten am Straßenrand wurde ich und die anderen Fahrgäste nach und nach von einem anderen Bussen, welche noch Platz hatten, aufgegabelt.

Mama Toms Geburtstag

Am 29. Juli hatte Mama Tom Geburtstag. Ich habe einen Kuchen für sie besorgt und sie wollte, dass ich mit ihnen gemeinsam esse. Das hat mich sehr gefreut und auch sie hat sich sehr über meinen Kuchen gefreut.

Urlaub mit meinem Schatz (Usambara mountains und Sansibar)

Nachdem ich Stefan nach fast 4 Stunden Verspätung vom Flughafen abgeholt habe, ging es zu einem Willkommensessen beim Red House. Mtema, mein Chef, wollte zur Feier des Tages ein Huhn schlachten und ich habe dann Pilau(Gewürzreis), Kashumbari (Salat) und Bananenkuchen dazu gesteuert. All das haben wir am Mittag gemeinsam vorbereitet. So habe ich auch life miterlebt, wie dem Huhn der Kopf abgehackt wurde und geholfen das Huhn zu rupfen und anschließend wurde es ausgenommen.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns in aller Frühe auf nach Lushoto-natürlich mit dem Bus-. Nach 7-stündiger Fahrt kamen wir dann in Lushoto an, was ca 1200m über dem Meeresspiegel liegt. Die Umgebung ist sehr fruchtbar und ich war äußerst fasziniert von der grünen und fruchtbaren Natur und von dem Terrassenanbau der vielen Farmer.

Die Natur lässt Pinien, Eukalyptusbäume, Bananenstauden und viele andere tropische Pflanzen gedeihen. Zur Zeit der deutschen Kolonie galt Lushoto als beliebter Erholungsort für Kolonialbeamte, Verwaltungszentrum und als eine Missionsstation. Nun zurück zu unseren Erlebnissen. Nachdem wir eine Unterkunft gefunden haben, haben wir eine Tour für den nächsten Tag zum Irente View Point gebucht. Wir wanderten durch interessante und lebhafte tansanische Dörfer und durch herrliche Natur hoch zu einem wundervollen Aussichtspunkt, dem "Irente View Point".

Irente view point Feldarbeit

Auf dem Weg dorthin machten wir Halt auf der Irente Farm und durften selbst gemachten Käse und "richtiges" Brot genießen, was auch noch Überbleibsel der deutschen Kolonie sind. Am Abend haben wir dann einen anderen Guide kennen gelernt, bei welchem wir dann eine 2 Tagestour nach Mtae gebucht haben. Mit ihm haben wir bei den so genannten "Mamas", die an der Straße Essen verkaufen zu Abend gegessen. Am nächsten Tag haben wir uns dann um 9 Uhr aufgemacht und sind durch den Magamba Rainforest und durch einige Dörfer Richtung Mtae gelaufen. Auf dem Weg haben wir viele Chamäleon gesehen und auch "colobus monkeys" und Schmetterlinge.

einer der vielen Chamäleon Mgamba Rainforest

Zudem herrschte eine insgesamt tolle Flora und Fauna. Um 14.30 Uhr hat uns auf dem Weg dann ein Bus aufgegabelt, welcher uns nach Mtae (ca 55 km von Lushoto) mitnahm, da wir für die gesamte Tour mindestens 3-4 Tage gebraucht hätten. In Mtae angekommen brachten wir unsere Sachen in ein sehr einfaches Guesthouse, aber mit atemberaubendem Ausblick. Den Sonnenuntergang haben wir dann bei einem Ausblick auf die Tsavo- Ebene genossen. Einer der schönsten und romantischsten Erlebnisse meines Lebens.

Am nächsten Morgen haben wir den Bus um 4.30 Uhr nach Lushoto genommen. Diese Fahrt war sehr abenteuerlich. Ein völlig überfüllter Bus, -Stefan hatte auch ein kleines Mädchen auf dem Schoß-, sehr holprige Straßen, aber eine atemberaubende Natur und viele interessante Einblicke in das Leben der Menschen in diesen Bergdörfern.

Einblick in das Leben in den Bergen Um 8.00 Uhr gings dann zurück nach Dar es Salaam. Nach einem tollen Barbecue im "Mambos" direkt in der Innenstadt auf der Straße gelegen und einem Absacker in der "Roof top Bar" des Holiday Inns hoch über der Stadt, fielen wir todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre nach Sansibar.

Den Freitag verbrachten wir in Stown Town und ich habe Stefan durch die tollen verwinkelten Straßen und die turbulenten Märkte geführt. Der Verkauf von Gewürzen, Fisch und Fleisch, rufende Händler, ordentlich aufgestapeltes, buntes Gemüse und Obst, sowie Haushaltswaren, Plastikwannen, Holztüren oder Autoreifen regten alle Sinne an.

House of wonder typische geschnitzte Türen Sansibars verwinkelte Gassen

Am Samstag machten wir uns mit einem Sammeltaxi auf nach Kendwa und genossen dort zwei Nächte in einem tollen Bungalow und einer "Full-Moon Party" am Samstag Abend direkt am Strand.

Kendwa Rocks, unsere Unterkunft

Montags morgens nahmen wir ein Dala der Einheimischen (ist auf Sansibar wie ein Pickup, der auf der Ladefläche Holzbänke hat) bis zu einem Umsteigepunkt und von dort reisten wir wie alle Einheimischen weiter auf der Ladefläche eines kleinen Pickups, bis direkt vor unsere Unterkunft. Dafür haben wir insgesamt 3000 tansanische Schilling bezahlt , das sind nicht einmal 1,50 Euro. Für ein Taxi hätten wir 30-40 $ bezahlt. 

In Matemwe angekommen, haben wir uns für den nächsten Tag eine Tauchschule gesucht. Wir waren also am folgenden Tag am Mnemba Atoll tauchen, was unbeschreiblich schön war. Stefan hat eine Art Schnuppertauchen (Discover scuba diver) gemacht mit 2 Tauchgängen und ich einfach 2 Tauchgänge mit ihm, da ich ja schon einen Kurs gemacht habe. Es war atemberaubend schön und mein Highlight war eine Wasserschildkröte, die ich eine Armlänge von mir entfernt beobachten konnte. Einfach der Wahnsinn!

spielende Kinder am Strand

Die letzten beiden Tage genossen wir in Paje am herrlichen Sandstrand und bei wundervollem Essen direkt am Strand.

Ein wunderschöner Urlaub mit unvergesslichen romantischen, herrlichen und aufregenden Momenten.

Samstag, 05.07.2014

Reflexion meiner Arbeit und meiner eigens initiierten Projekte

Den dritten Quartalsbericht nutze ich, um meine Arbeit und mich im Hinblick auf die letzten 8 Monate zu reflektieren. Diesen Bericht musste ich für meine Organistion bzw. weltwärts schreiben und stelle ihn euch hier einfach auch zur Verfügung. Er spieglet vor allem mein persönliches Erleben wieder und soll nicht pauschal auf die Arbeit in Tansania übertragen werden.

Ich werde zunächst über meine Arbeit in der Atlas School schreiben und im zweiten Teil auf mein zweites Projekt das "Red House" eingehen.

Abschließend werde ich noch eine Selbstreflexion im Gesamten durchführen.

 

Atlas School:

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten bezüglich Arbeit und Aufgaben, welche ich schon ausführlich beschrieben habe, können wir nun mit viel Kraft und Ausdauer unser Projekt "Creativity-Projekt" und punktuell den Sportunterricht durchführen.

Trotz diesen ganzen Problemen an der Schule wurde dennoch meine Kommunikationsfähigkeit geschult. Auch wenn die Kommunikation nicht wie gewohnt und in meinen Augen sehr kompliziert verläuft, hat sich die Motivation und das Durchhaltevermögen bezahlt gemacht. Es war für mich persönlich anstrengend, Gespräche zu führen und Dinge (z:B. die Zeiten unseres Projektes fest in den Stundenplan einzuplanen) auszumachen, die die Vorgesetzen dann plötzlich nicht mehr wissen, obwohl es schriftlich festgehalten wurde.

Da ich jedoch die Probleme an der Atlas School schon ausgiebig beschrieben habe, beschränke ich mich in diesem Bericht auf die Arbeit, die ich tatsächlich mache.

Das Creativity Projekt läuft sehr gut. Die Kinder scheinen die praktische Arbeit und die Abwechslung sehr zu genießen.

Unsere Klassenregeln haben die Kinder gut angenommen und so können wir zumindest zeigen, dass es auch möglich ist ohne Schlagen zu unterrichten. Leider ist das Interesse der anderen Lehrer nicht sehr groß etwas an ihren Unterrichts- und Bestrafungsmethoden zu ändern. Es ist immer noch schwer für mich das auszuhalten, wenn ich die Lehrer sehe wie sie die Kinder schlagen und ich finde es nicht gut, dass wir eine solche Schule mit Freiwilligen unterstützen. Dennoch können die Lehrer und Kinder zumindest durch uns miterleben, dass es andere Möglichkeiten gibt.

Unser Stillezeichen habe ich schon den einen oder anderen Lehrer machen sehen. Es ist ja nicht unser Ziel dort allen unsere Methoden aufzudrängen, aber ich denke, es ist eine gute Methode um zu zeigen, dass es auch anders geht, ohne mit dem Finger auf die Lehrer zu zeigen und sie schlecht zu machen.

 

Inhalte unseres Projektes sind beispielsweise:

- Steckbrief von einem selbst gestalten

- Namensschilder aus Wäscheklammern

- Masken aus Papptellern

- Wasserfarbenbilder

- Musikinstrumente aus Plastikflaschen

- Freundschaftsbänder

- Mosaikbilder usw.

 

Die Sportstunden am Dienstag und Donnerstag durchzuführen sind immer wieder aufs neue eine Herausforderung. Ich muss dort einfach immer noch austesten, welche Spiele funktionieren und welche nicht und die Auswahl begrenzt sich alleine schon durch die Anzahl von über 70 Kinder und 500 anderen, die sich zur gleichen Zeit auf dem Sportplatz befinden. Ich habe herausgefunden, dass Spiele, bei denen alle das Gleiche machen müssen, wie bei "Feuer, Wasser Sturm", habe ich umgedichtet in "Ugali, Beans und Chapatti" (alles Essen hier), am Besten funktionieren. Die Kinder sind es nicht gewohnt etwas individuell zu tun. Dennoch versuche ich es immer wieder mit Spielen, die genau das schulen.

Jedoch komme ich mit der Arbeitshaltung mancher Lehrer nicht klar, denn anstatt auf ihre Klassen zu schauen, sitzen sie lieber im Schatten. Vielleicht wollten sie auch einfach die Kinder spielen lassen, das Problem ist nur, wenn ich schon mit 70 Kindern beschäftigt bin, kann ich mich nicht noch um andere Klassen kümmern, die im gleichen Moment, in dem ich ein Spiel erkläre, neugierig mein Spielmaterial entwenden, weil sie es natürlich interessant finden und ihre Lehrer nicht nach ihnen schauen. Ich habe diese Situation dann auch bei den Lehrern angesprochen, jedoch fühlte ich mich nicht ernst genommen oder unverstanden.

 

Red House:

Im Red House fühle ich mich sehr wohl und ich habe auch eine sehr gute Beziehung zu den Kindern aufgebaut.

Mein Kiswahili bessert sich besonders durch die Arbeit mit den Kindern. Leider kann ich es immer noch nicht fließend, aber ich probiere es so gut es geht.

Dienstags habe ich lange mit den Kindern getanzt. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass die Motivation nachlies und so habe ich mir etwas neues überlegt. Ich lese den Kindern ganz einfache Geschichten auf Englisch vor mit Bildern dazu. Auf diese Weise versuche ich mit Hilfe der Bilder, dass die Kinder die Geschichten verstehen und gleichzeitig Englisch lernen.

Die Bastelstunde am Mittwoch genießen die Kinder sehr. Es ist für mich auch eine Herausforderung Bastelideen für so kleine Kinder im Kindergartenalter und in einer Alterspanne von 2,5 bis 7 Jahren

zu haben. Zum Beispiel bastelten wir ein Dominospiel mit Farben und haben in der Englischstunde am Donnerstag dies wieder aufgenommen und dort die Farben eingeführt und diese gelernt. Ich behandle oft Themen in unterschiedlichen "Fächern", so können die Kinder auf verschiedene Arten die gleichen Dinge lernen. In Englisch habe ich dann zum Beispiel mit Farbkarten und einem zugehörigen Gegenstand auf einer anderen Karte die Farben gelehrt (z.B. blue like the sea). Damit haben wir dann Memory gespielt. Auch in meinem Sport und Games Projekt haben wir die Farben mit Hilfe des Fallschirms gelernt.

Andere Inhalte meiner Projekte waren:

- Löwen aus Klorollen und Bastelpapier basteln

- Eier färben an Ostern

- mit dem Luftballon oder Zeitungen turnen

- Musikinstrumente basteln

- Uhrzeit lernen usw.

 

Für die allmorgendliche Essemly habe ich Kärtchen mit Bildern und der englischen Bezeichnung angefertigt, mit dessen Hilfe die Kinder den Stundenplan für den Tag erzählen können. Durch das hin heften der Kärtchen an die Tafel bekommen die Kinder eine Orientierung für den Tag und mit Hilfe der Kärtchen und Bilder fällt es den Kindern leichter, ihren Tag auf Englisch zu erklären.

 

Ein eher organisatorisches Projekt war die Idee eines Materialschranks. Von Freunden und Sponsoren aus Kanada hat das Red House viele Sachspenden erhalten (Radiergummi, Kleber, Spiele, Lego, Farben, Bleistifte......). Dieses Material war jedoch in einigen Koffern verstaut, völlig durcheinander, was die Nutzung sehr schwer machte. Nun haben wir einen Schrank bauen lassen und Boxen besorgt. Das Material habe ich sortiert, in Boxen verteilt und mit Bildern (für die Kinder) und Schrift beschriftet. Nun kann das gute Lern- und Spielmaterial auch schnell und übersichtlich genutzt werden.

 

Zwei weitere kleine Projekte sind noch in Planung. Das Einführen von Zähne putzen nach der Frühstückspause. Dafür hat Janina nun Zahnbürsten besorgt. Auch hierfür gibt es zum Beispiel eine Bildkarte für den Stundenplan morgens in der Essembly.

 

Im Juli planen wir noch einen Strandausflug mit den Kindern zu machen.

 

Selbstreflexion:

 

Im gesamten bin ich mittlerweile sehr zufrieden mit meiner Arbeit und meinen Aufgaben, die ich mir zusammengestellt habe. Ich habe viel Eigeninitiative gezeigt und musste mich doch auch immer wieder aufs neue motivieren dran zu bleiben.

Ich freue mich, dass mir meine Arbeit endlich richtig Spaß macht, denn das bin ich eigentlich von mir gewohnt.

Ja das ist ein gutes Stichwort. Ich bin es gewohnt, eigeninitiativ und selbstständig zu arbeiten. Deshalb und auch aufgrund meines Studiums habe ich manchmal mehr von mir erwartet und mich unter Druck gesetzt. Nun habe ich gelernt, die Situation wie sie ist anzunehmen und akzeptiert, nicht alles planen zu können und einen veränderten Arbeitsalltag anzunehmen.

Johana, ein Lehrer im Red House, überrascht mich immer wieder aufs Neue mit seinen tollen, kreativen und nahe liegenden Ideen, auf die ich aber nicht kam, den Kindern etwas beizubringen. Es macht Freude mit ihm zu arbeiten. Wenn ich die Arbeit mit ihm zusammen nicht kennen gelernt hätte, hätte ich die Arbeit im Team und das gegenseitige Zusammenarbeiten und Helfen in meinem Arbeitsalltag in Tansania nicht erlebt.

 

Montag, 19.05.2014

Die Rolle der Frau in der tansanischen Gesellschaft

Dieser Bericht wurde von einer Mitfreiwilligen von mir geschrieben Lena A., da ich ihn gut und interessant fand habe ich sie gefragt, ob ich diesen benutzen darf und ihn meinen Bloglesern zur Verfügung stellen darf. Nun hier ist er, viel Spaß beim Lesen und danke an Lena.

Der folgende Bericht beruht in erster Linie auf meiner eigenen Meinung, unterstützt durch Nachforschungen in diesen Literaturen: „Ach Afrika“, von Bartholomäus Grill, und dem „Kulturschock Tanzania“ von 2012, sowie durch einige Zahlenfakten einer Frauenrechtsorganisation in Tansania.
Die Frauen Tansanias stellen sowohl das Monument, als auch die Säulen ihrer Gesellschaft dar, und doch werden sie auf ihr Geschlecht reduziert und ihnen werden nur wenige Rechte zugesprochen. Obwohl sie das Land weites gehend in allem zusammenhalten, mal abgesehen von handwerklichen Arbeiten, müssen sich dem Mann unterordnen.
Und das schon bei ihrer Geburt. Während ein Junge mit Freude, ja häufig sogar mit großen Festen bei seiner Geburt empfangen wird, ist bei einem Mädchen meist recht still. Dem männlichen Geschlecht werden das Ansehen und die Ehre mit in die Wiege gelegt, während Frauen sie sich im Laufe ihres Lebens verdienen müssen. Der Mann wird als der Stärkere definiert, er bringt das Geld Heim, ihm gehört Land, Hab und Gut, er führt das Wort an, und darf sich damit alles herausnehmen was ihm genehm ist. Das Wort einer Frau gegen das eines Mannes ist ein ungleicher Kampf.
Sobald sie ein Alter von vier oder fünf Jahren erreicht haben, werden die Mädchen in häusliche Arbeiten oder der Aufsicht ihrer kleineren Geschwister eingespannt, während die Jungen ihrem Spieldrang nachkommen dürfen.
Die meisten Familien schicken ihre Kinder, sowohl die Jungen, wie die Mädchen im Alter von sechs Jahren, auf die kostenfreie Primary School. Die meisten dieser Schulen platzen aus allen Nähten. Klassen von 70-100 Schülern, schlecht ausgebildete Lehrkörper, die aufgrund mieser Bezahlung nicht selten vollkommen motivationslos in den Klassenräumen sitzen oder gar schlafen, und einfach eine Ausbildungsmöglichkeit die einen fürchterlichen Zustand erreicht hat. Wurde nicht gerade eine private Primary School besucht, können sich die Kinder mit etwa 14 Jahren bei ihrem Abschluss, glücklich schätzen, wenn sie einigermaßen gut lesen können.
Nun würde eigentlich die Secondary School folgen, doch da diese kostenpflichtig und für viele tansanische Familien vollkommen unerschwinglich ist, gehen die meisten Jugendlichen ab um zu arbeiten. Sollte jedoch Geld zur Verfügung stehen, wird zumeist der Junge dem Mädchen vorgezogen, da ihm größere Karrierechancen zugesprochen werden. Die jungen Frauen müssen sich um den Haushalt, die Versorgung der Kleinen und Alten kümmern, sowie meist noch das Feld bewirtschaften, sollte die Familie über ein solches verfügen, und in vielen Fällen auch noch einen kleinen Verkaufs- oder Essenstand am Straßenrand führen, um Geld für die Haushaltskasse zu verdienen. Und trotz der harten Arbeit, können sie erst ein gewisses Ansehen in der tansanischen Gesellschaft erreichen, wenn sie folgende drei Stufen bestiegen haben: Zu aller erst die Heirat, dann ein großer Kindersegen, und zuletzt wenn ihnen ein biblisches Alter zuwege wird. Für jede Frau wird es als größtes Glück empfunden diese Abschnitte ihres Lebens zu erreichen, und so machen sich viele Frauen, diese zur Lebensaufgabe. Auf der anderen Seite werden diejenigen, die es nicht schaffen, aus der (Dorf-)Gemeinschaft ausgeschlossen und als Hexe beschimpft.
So passiert es häufig, dass junge Mädchen, sobald sie das heiratsfähige Alter von ungefähr 14 Jahren erreicht haben, zwangsverheiratet werden, obwohl dies gesetzlich verboten ist. Doch die Angst, dass ein schlechtes Licht auf die Familie fallen könnte, stellt eine wesentlich höhere Wichtigkeit dar. Die Liebesheirat ist zwar immer mehr im Kommen, konzentriert sich aber eher auf die städtischen Gebiete wie Dar es Salaam, die von westlichen Werten überrollt werden, während auf dem Land, die Ehe eher zum Zweck dient.
Aus Gesprächen und den Profilen der Mädchen aus unserem Projekt ist zu entnehmen, dass die meisten älteren Mädchen die zu WWT gekommen sind, sich genau vor einer solchen Heirat gesehen hatten, meist mit einem erheblich älteren Mann, und konnten diesen Zustand nicht länger ertragen und sind geflüchtet. Doch die Mehrzahl der Frauen in Tansania schweigt still.
Schwerwiegend dazu kommt die schlechte Arbeitslage in Tansania. Viele Männer die Familien zu Hause haben, verfügen über keinen Job, schlagen sich mit kleineren Tagesarbeiten durch, können von diesem Verdienst allerdings keine Familie ernähren. Die anstauende Frustration über ihre Misserfolge und auch Aussichtslosigkeit, ertränken sie in Alkohol und führt nicht selten zu häuslicher Gewalt. Aus einem Bericht der WHO ( World Health Organization ) geht hervor, dass 70 Prozent der tansanischen Frauen physische oder/und sexuelle Gewalt in ihrem Leben erfahren, und dies oft schon vor ihrem 18 Lebensjahr. Davon betrifft es 45% der Frauen, die durch ihren Mann misshandelt werden, und die WHO zählt infolgedessen 3 Millionen Frauen, die an Geschlechtskrankheiten erkranken.
Bei der vorfindenden Gewalt, ist die häusliche Gewalt, der „common type“. 56% der befragten Frauen sagten aus, dass es sogar zu ihrem alltäglichen Leben gehört. Die WHO definiert die Gewalt folgendermaßen: „ Physical violence includes beating, hitting, slapping, burning or choking a person. Sexual violence includes forced sex ( rape ), refusal to practise safe sex or forcing a person to do sexual acts against their will. Emotional violence includes threatening, intimidating, shouting, isolating or humiliating a person. Economic violence includes not allowing a person to work, taking all of theit earnings or not allowing them to participate in financial decision making.“
Nur ein Drittel dieser Frauen suchen Hilfe, doch bis zu 60 % erzählen nie etwas davon.
Die Männer die sich durch die Arbeitslosigkeit in ihrer Ehre gekränkt fühlen, nirgendwo hin wissen mit ihrem fraglichen Dasein, sich dieser Problematik allerdings auch nicht stellen können, verlieren sich häufig in einer tiefen Alkoholsucht, machen im Zuge dessen ihre Frauen für ihr Scheitern verantwortlich und lassen ihre Aggressionen an ihnen aus. Von dieser Art gibt es viele Formen. So zum Beispiel auch jene, wo die Männer ihre Frauen und Kinder auf dem Dorf zurücklassen, um in den Städten nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen, dort sehen sie sich allerdings vor dem gleichen Problem, denn auch hier ist der Arbeitsmarkt in einem desolaten Zustand. Mit Tagesarbeiten halten sie sich gerade so über Wasser, doch anstatt an die Familie zu denken, wir das gerade verdiente Geld, in den kostengünstigen Alkohol und Spaß für eine Nacht investiert. Zeitweise Besuche in der Heimat werden dazu genutzt den Schein zu wahren, und sich fortzupflanzen. Wobei meistens durch das vorhergegangene Beisammensein mit einer Prostituierten, dieses zur Weitergabe von Geschlechtskrankheiten führt.
Die Frauen sehen sich in vielen Aufgaben alleine, und doch wird ihr Wert, ihre Stellung in der Gesellschaft, dem des Mannes gegenüber herabgesetzt.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es nicht die Frauen sind, die mich betrunken, dreckig und torkelnd an lallen mit „ Hey Baby“, oder aufdringlich nach meinen Kontaktdaten fragen. Es sind die Frauen, die mich ehrlich anlächeln, die sich für mich einsetzen, wenn im Bus ein Mann meint, schlechte Sprüche über mich zu reißen, es sind die Frauen, die ich Tag für Tag für kleines Geld ackern sehe, und man von ihnen doch nie ein Murren vernimmt. Das aus meiner Sicht traurige an der ganzen Situation ist zum einen, dass viele dieser Frauen ihre Rolle ganz einfach akzeptieren, und nicht versuchen dagegen vorzugehen. Wenn sie aufstehen würden, gemeinsam, würde das scheinheilige Gebilde der Männer zusammenbrökeln, denn im tiefsten Inneren regieren die Frauen das Land. Man könnte gemeinsam, Mann und Frau, neu beginnen, auf einer Ebene, auf einer Augenhöhe. Doch das Schlimme ist, wer ist verantwortlich? Wieso kam es überhaupt soweit? Es beginnt alles ganz unten, und bis ein Land es geschafft hat, sich neu umzuwälzen, wird es noch lange brauchen. Denn, zu vielen „Politikern“ fehlt die Courage und der Mut etwas zu ändern, denn ihr Status allein, ist ihnen wichtig, ihr Wohlbefinden zählt, nicht das ihres Landes.
Doch zum Glück vernimmt man Stimmen, die Stimme der Frau. 1962 wurde die Frauenrechtsorganisation UTW ( Vereinigte Frauen Tansanias ) gegründet, die eine immer größere Position im politischen Wirken annimmt.
Noch ist längst nicht alles getan, bei einer Bevölkerung von 44 Millionen Menschen, sieht sich das weibliche Tansania noch vor einer Menge Arbeit, eingestürzte Brücken müssen neu errichtet werden, doch ich bin mir sicher, die Frauen sind auf dem Vormarsch. Es wird noch viele Jahre benötigen, bis sich das Denken gewandelt hat, bis die Eltern in Zukunft in Freude und Stolz aufschreien ein Mädchen geboren zu haben, denn das Denken muss von ihnen selber entwickelt werden. Es muss von innen heraus entstehen, und nicht wieder in bevormundender Art von außerhalb übergestülpt werden.
Doch es wird kommen, Gleichberechtigung in all ihren Formen, wird ihren Weg finden, denn das Lächeln und die Liebe Tansanias, ist eine weibliche.
( Vorhergegangen Ausführungen dürfen wie in vielen Fällen, nicht auf jeden Tansanier/jede Tansanierin übertragen werden, denn es gibt natürlich emanzipierte Frauen, die den Mund aufmachen, die ihren Weg gehen, und sich nicht durch männliche „angeborene“ Ehre beeindrucken lassen, und ebenso gibt es Männer, die die Frauen als ebenbürtig respektieren. – Nur leider ist die Zahl dieser noch nicht in der Waage zu der Zahl der Menschen die in diesem Land leben. )

Dienstag, 13.05.2014

Ostern, Regenzeit und andere Neuigkeiten

Endlich melde ich mich mal wieder. Ja hier in Tansania hat die Regenzeit eingesetzt bzw. sind wir mittendrin. Um die Osterzeit, hat es teilweise so stark geregnet, dass Brücken eingebrochen sind und Keller mit Wasser voll gelaufen sind. Dies passierte jedoch nur in manchen Teilen von Tansania und oft leider auch gerade in den ärmeren Gegenden, da die Häuser der Menschen dort leider auch nicht so eine gute Qualität haben oder an ungünstigen Orten gebaut sind.

Eigentlich ist es für die Natur sehr gut, wenn es hier regnet, aber der Regen bringt auch einige Schwierigkeiten mit sich. Straßen sind überflutet auf Grund eines unzureichendes Abwassersystems. Demzufolge ist der Stau und die Verkehrssituation noch angespannter als sonst und es macht es noch schwieriger von A nach B zu kommen. Dann heißt es Augen zu und durch, einmal durch die neu entstandenen großen Seen stapfen :).

Normalerweise regnet es hier nicht den ganzen Tag, es gibt ein paar heftige Regenschauer am Tag, bei denen man allerdings nach 20 sec. bis auf die Unterhose nass ist, dann kann aber auch schnell wieder strahlend blauer Himmel sein. Aber wir hatten auch 2 Wochenenden an denen es nur geregnet hat und daraufhin, das passiert ist, was ich oben beschrieben habe.

 

Gastfamile:

Ich habe doch mal von Mama Toms Enkel erzählt, der immer Angst vor mir hatte. Nun spielt und läuft er mit mir an der Hand. Vielleicht lag es an meinem Bestechungsgeschenk, einem Ball den ich ihm geschenkt habe :)

Ostern:

Sicher seid ihr auch interessiert wie ich Ostern verbracht habe. Zum einen habe ich mit den Kindern im Red House Eier gefärbt, Osterhasen gebastelt und ich habe ihnen von diesem deutschen Brauch erzählt. Auch in der Atlas School haben wir Ostereier aus Papier gebastelt und angemalt. An einem Nachmittag wurden wir sogar vom tansanischen Fernseh dabei gefilmt. Der tansanische Sender ITV hat ein Kinderprogramm in dem er jede Woche eine andere Schule filmt und zeigt wie man praktische Sachen lernen kann. So wurde es uns zumindest erzählt, leider wissen wir immer noch nicht, wann unser Teil ausgestrahlt werden soll.

In der Zeit um Ostern war auch Grace, eine Freundin von mir hier zu Besuch. Sie kommt aus Tansania (Bagamoyo, 1,5 Stunden von Dar es Salaam) und lebt aber seit 5 Jahren in Deutschland. Mit ihr zusammen habe ich viele ihrer Freunde und Familienmitglieder kennen gelernt und besucht und durfte die tansanische Gastfreundschaft genießen.

Zu Besuch bei Grace Eltern in Bagamoyo

Auch am Ostersonntag war ich mit ihr bei Freunden eingeladen und hatte ein ganz besonderes Osteressen. Erst war ich traurig nicht den traditionellen Hasenbraten von Oma essen zu können, doch das Essen war so köstlich, dass es mich darüber hinweg getröstet hat.

Das gute Osteressen: kleine Erklärung: vorne links: fritierter Fisch, rechts daneben buntes Gemüse, in der Mitte Chapatti, rechts daneben Rindfleisch, dahinter Reis, links neben dem Reis Salat und dann gibts da noch Hünchen die Ostergesellschaft :) links neben mir: Gati die Gastgeberin und ihr sohn, rechts neben mir Diana (eine Freundin von Grace, die auch Urlaub gemacht hat), dann Rachel (Grace Freundin) und daneben die Dada (Hausmädchen) von Gati Grace und Rachel

 

Red House:

Im Red House bin ich und Janina gerade dabei einen Schrank bauen zu lassen für Bastel- und Lernmaterial. Dafür haben wir auch Boxen besorgt, die dann beschriftet werden sollen mit der Bezeichnung des vorgesehenen Inhaltes (z.B. Scheren...). Es gibt nämlich einiges an Material, welches von Freunden von Kanada gespendet wurde, aber es ist sehr schwierig damit zu arbeiten, wenn es in irgendwelchen Koffern verstaut ist und keiner weiß wo was ist. Das erschwert die Arbeit ungemein.

Außerdem freut es mich zu sehen, dass die Kinder nun die Farben können und auch Yohana (ein Lehrer beim Red House) die Dinge die ich anfange zu unterrichten (z. B Einzahl -Mehrzahl in Englisch, one apple, two apples) aufgreift und die anderen Tage mit Ihnen lernt.

Als Belohnung und Motivation bekommen die Kinder von mir nun Sticker in ihr Heft für richtige Aufgaben, die ich von Mamas Frauenzeitschriften geschickt bekommen habe (Danke dir nochmal, die Kinder lieben sie).

Ich genieße es total zu sehen, wie toll die Kinder in der freien Spielzeit mit den Legos spielen und ich freue mich, dass sie so gerne mit mir basteln. Letzte Woche haben wir Musikinstrumente bzw. eine Rasseltrommel aus Dosen, bzw. Plastikbecher gebastelt, welche sie für die Musikstunde Freitags nutzen können.

  Nathon, ich liebe ihn. Der ist so süß!!! Joce baut einen Turm fleißige Bastler Baby (rechts) ist stoze Besitzerin einer Rasseltrommel :)

 

Diesen Samstag veranstalteten wir nun unsere erste "Studytour". Die Idee besteht darin, für die Schüler die Nachmittags zum Red House kommen und für die umliegenden Schulen, mit denen das Red House bzw. Mtema (der Chef vom Red House) kooperiert unterschiedliche Studytouren zu organisieren. Dieses Mal ging es zum Nationalmuseum. Weitere Ideen waren, eine Führung bei Tanesco (Stromversorgung Tansanias) oder beispielsweise bei Coca Cola Factory zu machen.

 

Alltagsimpressionen:

eine tansanische Mama auf dem Weg in die Innenstadt (Posta) Blick auf eine Duka (Laden) auf dem Stoffmarkt auf dem Kariakomarkt Kariako (Gewürze) das Problem des Mülls in Dar es Salaam eine Metzgerei auf dem Mwengemarkt meine Straße Kinder, sowie Erwachsene und alte Männer spielen dieses Spiel gerne auf der Straße eine Duka

 

 

Dienstag, 01.04.2014

Halbjahresbericht

Ein halbes Jahr lebe ich nun schon in meiner neuen Heimat auf Zeit und vieles ist passiert, viele Eindrücke habe ich gesammelt, vieles habe ich gelernt.

Wenn ich die letzten 6 Monate meines eigenen Auftretens reflektiere, würde ich einen Lernprozess beschreiben, welcher unter anderem mit den Worten Offenheit, Aufnahmefähigkeit, Neugierde, Toleranz, Vertrauen, Durchsetzungsfähigkeit, Motivation und Respekt beschrieben werden kann. Nun was meine ich genau damit?

Ich würde mich selbst als einen sehr offenen Menschen bezeichnen. Jedoch fällt mir auf, wenn ich das letzte halbe Jahr reflektiere, dass ich anfangs doch etwas verschlossener und zurückhaltender war, als ich es jetzt bin. Ich habe mich an die fremde Kultur heran getastet und versucht viel zu beobachten. Die Offenheit bezieht sich aber vor allem auch darauf, dass ich der Meinung bin, dass ich nun aufnahmefähiger durch die Straßen und den Alltag gehen und mehr Dinge hinterfrage bzw. mir über mehr Dinge Gedanken mache als in der Anfangszeit. Ich weiß nicht, ob ich einen anfänglichen Schutzfilm abgelegt habe oder nun vielleicht auch wirklich hier angekommen bin und mich wohl und sicher fühle.

Die Neugierde das Land, die Menschen, die Kultur(en) und die Lebensweisen der Tansanier kennen zu lernen wächst und gedeiht. Dafür versuche ich auch zunehmend mit den Leuten auch in Kiswahili in Kontakt zu treten und versuche die Sprache zu lernen, damit ich verstehe was die Menschen sagen. Ohne die Sprache zu verstehen bzw, zu sprechen, finde ich es schwer eine Kultur und die Menschen, die dort leben kennen zu lernen und zu verstehen.

Was mir immer noch sehr schwer fällt ist zu wissen, wem man vertrauen kann und wem nicht. Damit zusammen hängt, dass ich Schwierigkeiten habe, richtige tansanische Freunde zu finden. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Verständnis von Freundschaft aus meiner Sicht oft nicht die gleiche ist, wie das der Menschen hier. Viele Menschen möchten sehr schnell dein Freund "rafiki" sein und ich frage mich dann, was dahinter steckt. Ich denke zum einen die Neugierde auch der Menschen aus Tansania eine weiße Frau zu treffen und ihr Freund sein zu wollen. Dazu muss ich auch sagen, dass es nur das Wort rafiki (Freund) im Kiswahili gibt und dieses beinhaltet auch Ausdrücke wie zum Beispiel Bekannte im deutschen. Vielleicht ist es auch eine Art ihre Gastfreundschaft zu zeigen.

Es kann jedoch auch sein, dass sie das Bild des reichen Weißen im Kopf haben und eine Freundschaft wollen, da sie am Geld interessiert sind. Vor allem finde ich es als Frau sehr schwer Freunde zu finden, denn vor allem wollen Männer mit einem in Kontakt treten und dann kommt nach 2 Minuten häufig die Aussage "I love you" oder "I want to marry you". Ich habe mir auch schon erklären lassen, dass das oft ein Kompliment sein kann, denn viele tansanische Frauen warten darauf einen Mann zu bekommen und würden sich sehr freuen. Ich finde es nur sehr schwer heraus zu finden, was die Absichten sind. Wenn ich antworte "nimeelewa" (ich bin verheiratet) hat sich das Interesse oft schlagartig verabschiedet.

Aber ich habe auch ganz andere Erfahrungen gemacht und habe nette Bekanntschaften gemacht und nun neue Bekannte, die vielleicht zu Freunden werden können, in meinem Verständnis von Freundschaft.

Wenn ich an das oben genannte Stichwort Respekt denke, fällt mir als erstes Mzungu ( ) ein, wie man täglich unzählige Male betitelt wird. Wenn ich darüber zum Beispiel mit meinen Arbeitskollegen im Red House spreche, wird mir erklärt, dass ich das als sehr freundliche Begrüßung auffassen kann und sie sich freuen uns zu sehen. Ich erkläre dann, dass mich das an Rassismus erinnert und die wenigsten Menschen in Deutschland einen Tansanier mit "Schwarzer" auf der Straße begrüßen würden. Denn das würde aufgrund unserer Geschichte als rassistisch bezeichnet werden. Oder ich mich als etwas total besonderes betrachtet fühle, obwohl ich das überhaupt nicht bin, was mich wiederum an die Zeit des Kolonialismus und an die Privilegiertheit erinnert und ich das nicht unterstützen möchte.

An sich ist es schon gewöhnungsbedürftig an jeder zweiten Ecke begrüßt zu werden und immer aufzufallen. Interessant finde ich, dass es weniger wird wenn man nicht alleine läuft und vor allem wenn man mit anderen Tansanier unterwegs ist. Aber ich nehme es als freundlich auf, grüße zurück und sage den Menschen an denen ich oft vorbei gehe einfach meinen Namen und sage ihnen sie sollen mich doch damit begrüßen.

Ich habe das Gefühl ein anderes Verständnis von Toleranz und Respekt zu haben als einige Menschen, denen ich begegne. Mir fällt auf, dass Respekt vor dem Alter oder vor höher gestellten Personen als sehr bedeutend in Tansania gelten. Zum Beispiel wird grundsätzlich für ältere Menschen einen Platz im Bus frei gemacht und ältere oder höher gestellte Menschen werden auch anders begrüßt als gleichaltrige oder jüngere. Dennoch gehört zu meinem Verständnis von Toleranz und Respekt beispielsweise auch, zuerst die Leute die im Bus sind aussteigen zu lassen bevor ich einsteige und mich dann auch nicht um einen Platz "prügle". Oder aber mich nicht offensichtlich vor andere dränge. Mir scheint es, dass hier aber oft das Prinzip "der stärkere gewinnt" zählt.

Diese situatin hat auch ein Künstler am Samstag bei einer Ausstellung präsentiert. Fantastisches Bild!!!!!

 

An meine Grenzen stoße ich fast täglich in der Atlas School. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man von respektvollen Umgang reden kann, bzw. diesen lehrt und das beinhaltet, aber die Lehrer die Kinder schlagen. Gelehrt wird den Kindern jedoch, dass schlagen ein schlechtes Verhalten ist und wenn sie sich gegenseitig schlagen werden sie mit Schlägen bestraft. Das ist doch ein Teufelskreis.

 

An dieser Stelle möchte ich gerne auf meine Arbeit überleiten, in der ich immer wieder aufs neue viel Durchsetzungsfähigkeit und Motivation gebraucht habe. Die Problematik an der Atlas School habe ich ja schon deutlich beschrieben. Es hat einiges an Kraft und Ausdauer gebraucht, dass wir nun eine Aufgabe dort haben. Nun bin ich mit meinem neuen Arbeitsmodell sehr zufrieden und bin froh meine Durchsetzungsfähigkeit und Motivation aufs neue eingesetzt zu haben, um nun arbeiten zu können. Die Arbeit im Red House macht mir sehr viel Spaß und ich freue mich, dass dort die Zusammenarbeit sehr gut klappt. Es freut mich sehr diese Erfahrung dort zu machen, da ich sonst nur das eine Bild von Lehrern, Kommunikation und Arbeitshaltung kennen gelernt hätte, auf welche ich in der Atlas School hauptsächlich treffe. Nun sehe ich, dass es hier Menschen gibt, die einen herzlich aufnehmen, es wöchentliche Teambesprechungen gibt, und es Lehrer gibt, die selbst motiviert sind und einen guten Unterricht machen ohne die Kinder zu schlagen.

Insgesamt merke ich, dass ich meine bekannten Strukturen, Arbeitshaltung, Planbarkeit, Kommunikation und Organisation bei der Arbeit sehr vermisse.

Ich kann für meine Situation sagen, dass es wichtig war, viel Eigeninitiative zu zeigen und um Dinge zu kämpfen. Immer wieder muss man sich aufs neue motivieren und spontan um planen, wenn das Vorbereitete aus den unterschiedlichsten Gründen (Regen, Sportunterricht wird spontan abgesagt, kein Strom...) nicht funktioniert.

Im Red House, stoße ich vor allem auf sprachliche Grenzen, da mein Kiswahili noch zu schlecht ist und die Englischkenntinisse der Kinder sehr gering sind.

Aber ein Lehrer von dort hilft mir immer und übersetzt dann meine Erklärungen vom Englischen ins Kiswahili. Das ist eine riesige Hilfe und so klappt mein Unterricht auch. Und in den letzten Wochen bemerke ich eine Verbesserung meines Kiswahili und übersetze mir zum Beispiel am Abend zuvor was ich beim Sport und Turnen sagen möchte und Mtema verbessert mir dies und das. So lerne ich viel und die Kinder verstehen mich besser.

Das ist Joni, ein toller Schüler im Red House ja an diesem Tag hat es mal wieder stark geregnet, da kommen von normalerweise über 20 Kinder dann in diesem Fall nur 11

 

Ein ganz aktuelle Situation ereignete sich gestern. Auf meinem Weg zu Arbeit sind an der Straße immer viele Stände unter anderem "Mamas", die an der Straße Tee und Chapati, Mandazi, Suppe und auch Mittagessen verkaufen. Ich laufe dort jeden Tag vorbei und eine der Mamas grüßt mich jeden Tag ganz lieb und hat mich auch schon zu einem Tee eingeladen. Nun hat sie mich gestern hergerufen und mir erzählt, dass das Goverment ihnen für 10 Tage verboten hat dort ihre Sachen zu verkaufen. Sie war echt verzweifelt und meinte: "Was sollen wir denn ansonsten arbeiten? Das ist unser Weg Geld zu verdienen, um unsere Kinder zu ernähren. Was sollen wir anstatt dessen tun? Prostitution oder Rauben?" Sie meinte und ich sehe das auch so, dass das Goverment auch überhaupt kein Grund hat, vor allem was für ein Grund soll es sein, wenn das Verbot nur 10 Tage gilt. "Sie wollen uns hier nicht haben. Wenn ich trotzdem meine Sachen verkaufe, kommt die Polizei und beschlagnahmt meine Sachen und ich muss Strafe zahlen", sagte sie zu mir. Das hat mich sehr beschäftigt. Entweder es ist reine Willkür vom Goverment, oder es liegt womöglich auch daran, dass die Leute an der Straße vielleicht keine Steuern zahlen für ihr Geschäft und viele das quasi "illegal machen". Kann aber im Fall der Mama eigentlich nicht sein, da sie davon sprach, dass nun auch der Mann, dem sie täglich für den Platz (1000 Shillling, etwas weniger als 50 Cent) zahlt auch kein Job mehr hat. dieser hat das Geld nämlich eingesammelt und dann abgegeben. Ich hoffe die Mama da in 10 Tagen wieder zu sehen und dann werde ich mal eine ausgiebige Mahlzeit dort einnehmen. Ja das Goverment in Tansania ist meiner Meinung nach für viele Probleme verantwortlich, das Problem ist nur, dass sie immer wieder gewählt werden, da es quasi die einzigste, bzw. sehr starke Partei ist. Die Opposition versucht gerade an dem Wahlverfahren etwas zu ändern und die Hoffnung der Tansanier liegt ein bisschen darin. "Das Problem ist auch, dass die Regierung vor den Wahlen zu den Armen geht ihnen Stoffe und Reis bringt und im Gegenzug verlangt sie zu wählen. Ja was macht man, wenn man schauen muss, dass man irgendwie täglich seine Familie ernähren kann" , erklärte mir die Mama.

 

 

 

 

Sonntag, 30.03.2014

Auf gehts zum wunderschönen Lake Viktoria

Wunderschön ist überhaupt kein Ausdruck, für das was der Lake Viktoria zu bieten hat. Dieser Trip war eines der Dinge, die ich in meinem Jahr hier in Tansania unbedingt sehen wollte und es hat sich gelohnt, auch wenn es eine sehr lange Reise war, bis wir die rund 1400 km hinter uns gelassen hatten.

Nun aber von vorne. Los ging's am 14.3.2014 um 6.00 Uhr am großen Busbahnhof in Ubungo (Dar es Salaam). Schon so früh am Morgen ist dort sehr viel los und uns sind hunderte Menschen begegnet, die auf dem Weg zu ihrem Bus waren.

Nach ca. 30 Minuten musste ich leider feststellen, dass der Bus seine Macken hat, denn bei Regen wurde ich durch das geschlossene Fenster nass. :) Aber ich durfte dann an einem anderen freien Platz sitzen. Die vielen verschiedenen Busgesellschaften haben auch Busse in unterschiedlichem Zustand. Es gibt Busgesellschaften mit relativ neuen Bussen, aber es kann auch vorkommen, dass man in einem Bus sitzt der mit Sicherheit in Deutschland seit Jahren nicht mehr durch den TÜV kommen würde, aber in Tansania fahren die Busse dann noch sehr lange. Manchmal wird dann zwischendurch Öl oder Wasser nachgefüllt, zumindest ist mir das schon passiert, aber ich kam bis jetzt immer ans Ziel und der Bus scheint mir das wichtigste Vorbewegungsmittel in Tansania zu sein und ist zudem für westliche Verhältnisse sehr günstig (für viele Menschen hier, ist es aber sehr viel Geld, da sie auch viel weniger verdienen als wir). Ich habe umgerechnet ca. 30 Euro gezahlt, um von Dar es Salaam nach Bukoba zu gelangen. Unsere Reiseroute mit dem Bus verlief von Dar es Salaam über Morogoro, Dodoma, Singida nach Kahama, wo wir schließlich um ca. 22 Uhr einen Stop einlegen mussten, da in Tansania Nachtfahrverbot für Busse herrscht und wir somit eine Nacht im Bus übernachtet haben. Das war auch eine ganz besondere Erfahrung. In den Schlaf zu finden, war nicht ganz so einfach, da wir gefühlte 3 Stunden den Witzen auf Kiswahili lauschen durften, die die anderen Fahrgäste sich quer durch den Bus erzählt haben. Also wenn ich eins aus meinem bisherigen Erfahrungen sagen kann ist, dass man in Tansania mit Nachtruhe und Ruhestörung nichts anfangen kann und es die Menschen auch scheinbar nicht stört, was bei uns als rücksichtslos beschrieben werden würde. Gut vielleicht hätte ich es ja auch lustig gefunden, wenn ich verstanden hätte worüber sie so lachen, ist vielleicht mein Fehler :). Nachdem ich dann doch etwas Schlaf gefunden hatte ging es am nächsten Morgen um 6.00 Uhr weiter nach Bukoba, wo wir ca. um 12.00 Uhr ankamen.

Was mich auf der ganzen Fahrt einmal quer durch Tansania beeindruckt hat, war die Schönheit der Natur. Oft hört man Geschichten über die endlose Weite afrikanischer Länder und von Highways durchs Nirgendwo. Ich würde nicht bestätigen, dass es wirklich ein Nirgendwo ist, denn auch wenn ich auf dem Weg lange Strecken gefahren bin, während dessen es schien, als gäbe es nichts, waren immer wieder Dörfer am Straßenrand zu sehen und Menschen die dort in Gemeinschaften lebten. Es schien mir auch so, dass die Dörfer teilweise weit voneinander entfernt liegen und es sah nach einem, aus westlicher Sicht, sehr einfachem Leben aus. Ich habe Häuser aus Lehm gesehen, die in einem Kreis angeordnet aussahen, als würdend ie Menschen dort als Gemeinschaft zusammen leben und gegenseitig die Arbeit teilen und füreinander sorgen. Im Gegenzug dazu, habe ich genauso Dörfer gesehen mit Häusern aus Backstein und daneben "Dukas" (kleine Läden) zum Teil aus Ton zum Teil aus Holz oder auch Blech. Ja und dann gibt es die (Groß)Städte in denen man auch Hochhäuser und Häuser sieht, wie wir sie aus westlicher Sicht kennen, sowie auch Stadtteile in denen man Häuser aus Wellblech sieht.

auf der Fahrt durch ein Ort (Dukas und Obststände)

Ziemlich aufgefallen sind mir die vielen Kinder die auf dem Weg am Straßenrand saßen oder Kühe hüteten und es schien mir, als würden sie auf die großen Busse warten, die wie unserer an Ihnen vorbei fahren.

Die Busse halten auch zwischendurch immer wieder an unterschiedlichen Orten an. Dort kommen dann eilig Straßenverkäufer angerannt, die Trinken, Essen und alles möglichen andere Dinge an den Bussen hoch strecken und durch das Fenster verkaufen wollen.


Nun aber zurück zu unserer Ankunft in Bukoba. Nachdem wir den Leuten, die uns am Busbahnof Taxiangebote gemacht haben oder uns weiter nach Kenia fahren wollten :), geantwortet haben, dass wir ihre Hilfe und Angebote im Moment nicht brauchen, machten wir uns auf und wollten uns direkt am See ein Guesthouse /Hotel suchen. Als wir einen Mann mit seinem Sohn in einer Bank nach dem Weg gefragt haben, bat er uns an uns zu diesem Hotel zu fahren. :) Dann haben wir unser Zimmer im Bukoba Coop Hotel bezogen, haben den ersten Blick auf den wunderschönen Viktoriasee geworfen, der direkt vor unserer Nase war und haben uns schließlich aufgemacht das schöne Städtchen Bukoba zu erkunden. Am Abend saßen wir dann ziemlich geschafft von der langen Reise am See und haben den Vollmond betrachtet.

16.3.2014

Heute war unser Plan eine Fahrradtour zu starten, die wir am Tag der Ankunft gebucht hatten. Da Wir dachten, wir sparen uns das Geld, welches es mehr kosten würde die Tour mit einem Auto zu machen und es auch cooler und abenteuerreicher fanden die Fahrräder zu wählen. Ja abenteuerlich war auch der Zustand der Fahrräder und der Weg war für diese Fahrräder auch nicht gemacht, so mussten wir viele Strecken laufen, da es oft sehr steil bergauf ging und ohne eine funktionsfähige Gangschaltung und passender Größe der Fahrräder, war es uns nicht möglich diese Berge hinauf zu fahren. Wir sind entlang von Teeplantagen zu einer Vanilla- und Coffetour gefahren, bei der wir einiges über die Vanilleherstellung und über die Wachstumsstadien der Kaffeebohnen erfahren haben. Die Frau, welcher das Gelände und die Farm gehörte, führte uns durch ihren Garten und ich fand es erstaunlich, wie viel Arbeit sie alleine zu bewältigen hatte. Anschließend sind wir durch den Rubale Forest zu einer Höhle gefahren und anschließend hieß es "Lunchtime" unter einem Wasserfall.

die Fahrräder sehen besser aus, als das sie waren :) ja schieben mussten wir des öfteren, aber die natur haben wir trotzdem sehr genossen ihr Haus Vanillepflanzen, bevor sie braun werden und man sie dann abmacht um zu trocknen Beginn der Plantage Kaffeebohnen Blüte der Kaffeepflanze oh wie Vanille duften kann Aussichtspunkt in Bukoba über den See Lake Viktoria am Wasserfall die Höhle

 

17.3.2014

Heute haben wir die Schiffstickets für die MS Viktoria, welche zwischen Bukoba und Mwanza verkehrt, gebucht. Nach dem Frühstück mit Blick auf den Viktoriasee, haben wir uns zum Kageramuseum aufgemacht, welches Gegenstände und Bilder der Sokuma (eines Tribes in Tansania) zeigt. Dort angeschlossen ist auch das Bukoba Disabled Assistance Project, in dem Menschen mit Behinderungen ihren selbst gemachten Schmuck und Taschen verkaufen. Anschließend haben wir Bukoba erkundet und waren dort auch auf dem Markt. Den Nachmittag und Abend haben wir hoch oben über dem Lake Viktoria mit Blick auf den See in einem Hotel mit Restaurant verbracht.

Bukoba :) Ausblick vom Restaurant über den See

Um 19.30 Uhr betraten wir schließlich die historische MS Viktoria, welche uns nach Mwanza bringen sollte und dies auch super getan hat :). Sie legte um 21 Uhr ab und nachdem wir, das beeindruckende Schiff und die Massen an Bananen welche von Bukoba nach Mwanza geschifft werden begutachtet hatten, sind wir in unsere Kojen der 6er Kabinen (2.Klasse) und schliefen bis zum Sonnenaufgang. Ich wollte mir nicht entgehen lassen diesen wundervollen Moment mitten auf dem Lake Viktoria zu erleben.

MV Viktoria Bananen noch mehr Bananen unser Schlafplatz DER Sonnenaufgang Ankunft in Mwanza

 

18.3.2014

Mit einem deutschen Paar, welches wir auf dem Schiff kennen gelernt hatten, waren wir in einem "lokal" Restaurant frühstücken. Das "spanisch Omlett" und die "Chapati" (ähnlich wie Pfannenkuchen oder Crepe, aber doch anders :)) waren köstlich und der Erlös fließt in ein angeschlossenes Projekt für Kinderrechte, da wurden doch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen :). Dort haben wir auch einen netten Typ kennen gelernt, welcher uns durch Mwanza geführt hat und uns den Massaischmuckmarkt, einen Aussichtspunkt in der Stadt, den Second Hand Kleidungsmarkt, sowie den großen Markt, an dem es wie auf Kariakoo, Stoffe, Gemüse, Obst, Getreide, Haushaltswaren und vieles mehr zu kaufen und erhandeln gilt, gezeigt hat. Auch haben wir dort Ali kennen gelernt, der zum einen Safariguide ist und ein Souvenirshop hat, in dem er seine selbst gemalten Bilder verkauft. Dort haben wir auch Mauma kennen gelernt, der dort auch arbeitet aber ursprünglich aus Dar es Salaam kommt und seine Familie in dem selben Stadtteil wohnt wie ich. Die Welt ist doch klein. Die Jungs kümmern sich auch um 3 Straßenkinder, geben ihnen zu essen und bringen ihnen bei, wie man die Armbänder macht, welche sie in ihrem Shop verkaufen.

Dann sind wir zum Bismarckrock, ein rießiger Stein im Viktoriasee gelaufen und am Abend haben wir und im Hotel Tilapia ein westliches Essen gegönnt, was wir nicht allzu oft hier machen. Nicht nur das Essen auch dir Location war wunderbar.

19.3.2014

Für Nikki, einer Freundin aus New York hieß es heute Abschied nehmen vom schönen Mwanza. Nachdem wir sie zum Flughafen gebracht haben, besuchten wir den Ort , welcher als schönster Mwanzas betitelt wird, den "Jiwe Kuu". Ja und es war wirklich einer der schönsten Orte an denen ich je war, uns wurde nicht zu viel versprochen. Dort oben, hoch über Mwanza verbrachten wir dann den ganzen Nachmittag.

DER Ausblick über Mwanza ein Haus auf dem Weg hoch zum Aussichtpunkt, viele Familien leben an den Hängen des Lake Viktorias

20.3.2014

Heute waren wir an einem Strand und haben einen anderen Freiwilligen mit seinen Kinder von der Arbeit getroffen.

21.3.2014

Nach den letzten beiden eher chilligen Tagen, wollten wir heute nochmal ein bisschen auf den Märkten shoppen und haben uns beispielsweise Stoffe gekauft, aus denen wir uns Klamotten schneidern lassen werden oder Armbänder und Ketten auf dem Massaimarkt. erhandelt. Ali und Mauma unsere neugewonnenen Freunde aus Mwanza, haben uns dann noch einen Platz hoch oben über Mwanza gezeigt, an dem wir den Sonnenuntergang genossen haben. Ja es hat mich sehr gefreut Menschen kennen zu lernen, die dort wohnen und uns die Stadt und besonderen Plätze zeigen zu lassen. Abends wollten sie uns dann zeigen was Mwanzas Nachtleben zu bieten hat. So sind wir in einen der angesagten Clubs gegangen und musste zum wiederholten Male feststellen, dass hier einfach fast jede(r) tanzen kann, denn ich bis jetzt gesehen habe.

von links: Janina, Ich, Ali

 

22.3.2014

Nachdem wir uns ein Hotel in der Nähe des Busbahnhofes gesucht haben, haben wir einige Besorgungen für die Fahrt zurück nach Dar es Salaam getätigt. Da uns die Nacht doch etwas in den Knochen lag, beschlossen wir den Nachmittag und Abend in dem tollen Restaurant des Hotel Tilapia mit Blick auf dem See und nochmals tollem Essen ausklingen zu lassen.

 

Am 23.3.2014 mussten wir das ruhige und wunderschöne Mwanza dann leider wieder verlassen. "Kwa heri Lake Viktoria tutaonana tena" (Tschüss Lake Viktoria, wir werden uns wiedersehen).

Was mir auf dieser Reise wieder aufgefallen ist, dass man nirgends soviel Müll auf den Straßen sieht und in den Flüssen als in Dar es Salaam. Überall anders scheint es sehr viel sauberer zu sein. Auch der Verkehr, welcher mich in Dar es Salaam doch einige Nerven und vor allem sehr viel Zeit kostet, um von A nach B zu kommen, habe ich nirgendwo anders so erlebt. Ja Dar es Salaam ist halt eine Großstadt mit sehr viel Menschen, viel Trubel, viel Verkehr und vielleicht zu wenig Platz.

Ich habe die wunderschöne Natur und Ruhe auf meiner Reise sehr genossen und bin vielen netten Menschen begegnet und konnte meine Eindrücke und Erlebnisse erweitern.

Samstag, 01.03.2014

Sansibar die Zweite "Sauti za buzara 2014" Festival und Erfolge bei der Arbeit

Heute möchte ich von zwei Dingen berichten. Zum einen war ich für ein verlängertes Wochenende auf einem Musikfestival "sauti za buzara 2014" auf Sansibar und konnte Musik aus verschiedenen afrikanischen Ländern (zum Teil in Kooperation mit anderen westlichen Ländern) genießen. Zum anderen möchte ich euch ein paar Fotos und Erläuterungen liefern meiner aktuellen Arbeit in der Atlas School und im Red House

 

Sauti za buzara 2014

Am 13.2.2014 hieß es früh morgens um 5.00 Uhr raus aus den Federn, denn um 5.30 Uhr musste ich von Sinza Mori (meiner Heimat) nach Posta in die Innenstadt mit dem Bus und von dort zur Fähre fahren. Diese Fahrt dauert ca. 1 Stunde und um 7.00 Uhr legt dann die große Fähre Richtung Sansibar ab.

In Sansibar angekommen, gab es erstmal ein günstiges "lokal breakfast", mit Köstlichkeiten von Tansania. Nachdem wir unsere Bleibe bei James (ein super netter hilfsbereiter Rastsafari, der dort lebt und Zimmer privat vermietet und sich super auskennt) bezogen haben ging es los die Gassen von Stown Town zu erkunden und uns auf Shoppingtour aufzumachen. Es ist herrlich durch die Gassen von Stown Town zu laufen, die historischen kunstvoll geschnitzten Türen zu betrachten, mit den Menschen in Kontakt zu treten und in den vielen tollen und besonderen Klamottenläden und Souvenirgeschäften zu stöbern. Stown Town wirkte schon sehr touristisch auf mich, aber es ist einfach wunderschön und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Auch schlenderten wir über den Darajani Markt, auf dem es allerlei Obst, Gemüse, Fleisch, Gewürze.... gibt. (Darüber habe ich in einem früheren Bericht schon einmal geschrieben und auch Bilder hinzugefügt.) Dort habe ich mich mit leckeren Gewürzen und Kaffee eingedeckt und dann bummelten wir schließlich über den Stoffmarkt, welcher mit seinen bunten Farben richtig gute Laune versprüht und Lust macht einzukaufen.

Nach einer Kaffeepause in einem Cafe direkt am Meer, begann dann die Festivalparade. Zunächst zeigten unterschiedliche Gruppen ihr Können, wie Capoeira, traditional Dance, Musikgruppen usw. in einem Park. Anschließend zog dann die Parade von dort Richtung Festivalgelände, dem Old Fort und die Zuschauer liefen mit oder schauten vom Straßenrand aus zu. Dieses Spektakel erinnerte mich ein bisschen an die "heimische Fasnet", die ich doch sehr vermisse.

im Park vor dem Africa House Capoeira

Auf dem Festivalgelände angekommen, war ich sehr begeistert von der "Location", es hatte eine tolle Atmosphäre und auch das Amphitheater, in dem unter freiem Himmel Musikfilme gezeigt wurde, war fantastisch.

Abends haben wir uns dann ein tolles italienisches Essen gegönnt und es uns mal richtig gut gehen lassen in einem Restaurant, in dem man über die Dächer von Stown Town blicken konnte.

Danach ging es zurück zum Festivalgelände und wir genossen die vielen tollen Künstler, die alle ganz unterschiedliche Musikrichtungen (traditional afrobeat, acoustic, fusion, roots, urban, pop, jazz, reggae, hiphop. electronic, taarab) präsentierten und aus den unterschiedlichsten Ländern kamen (Zanzibar, Mauritius, Uganda, Tanzania, Senegal/Scheiz, Nigeria/USA, Puerto Rico, Tanzania/Finland, Ghana/Germany, Kenia, Ägypten/Schweden, Angola/Portugal, Senegal, Südafrika, Äthiopien, Gambia.....). Auch hier gab es Stände, die besondere Souvenirs von Sansibar und anderen Ländern verkauft haben und natürlich auch eine Bar und Essensstände. Am letzten Abend sind wir auch zur Aftershowparty geblieben.

auf dem Festival im Old Fort (im Hintegrund Souvenierstände) Janina und ich auf dem Festival Noel unser Freund aus Poerto Rico, der mit seiner Band auch aufgetreten ist

Ja insgesamt haben wir 4 richtig tolle Tage gehabt, mit toller Musik, tollem Essen, einer tollen Stadt, erfolgreichem Einkaufsbummel, netten Leuten usw. Wir haben sogar die Künstler aus Puerto Rico kennen gelernt und gemeinsam gefeiert.

Red House:

Was treibe ich bei meinem zweiten Projekt so? Vieles, auf jeden Fall ist meine Woche ausgefüllt und ich habe riesigen Spaß bei der Arbeit!!! Endlich!!!!

Ich habe mir zur Aufgabe gemacht den Kindern Farben bei zu bringen. Dafür habe ich neben einigen anderen Spielen mit den Kindern zusammen ein Farbendomino gebastelt und am nächsten Tag dann gespielt. Ja das Projekt "Farben lernen" greife ich nun immer wieder auf. So auch in der Sport und Spiele Stunde zum Beispiel mit Hilfe des Fallschirms oder Unokarten. Auch mit den Kindern im Red House habe ich die Masken aus Papptellern gebastelt und danach haben wir mit den Masken noch etwas gespielt.

Dani und ich beim Ausschneiden unseres Dominospieles

Nachmittags habe ich mich ebenfals eingelebt und unterrichte zusammen mit Janina Englisch. Was ich im Moment nur donnerstags mache (da ist immer "story reading and comprehention" Tag), da ich Freitags ja gerade Kiswahiliunterricht habe.

Englischclub am Nachmittag

 Nächste Schritte: 

Meine nächsten Schritte werden nun sein, Parteibänder aus Spannbetttücher, die ich an einem Straßenstand erworben habe, zu nähen und auch Bohnensäckchen. Da ich die Parteibänder vor allem auch für die Atlas School brauche, wird das wohl eine größere Aktion werden, da ich da ja über 70 Kinder im Sportunterricht habe. Ich versuche vor allem mit Alltagsgegenstände und selbst gemachtem Material zu unterrichten, aber Material wie Bälle oder Seile habe ich nun auf dem Kariakoo Markt gekauft. Auch werde ich nun viele Dinge sammeln wie Stoffreste, Flaschendeckel, Kronkorken, Flaschen....um damit zu basteln und zu turnen. Und ich habe eine Musikanlage auf dem Kariakoo Markt gekauft, damit ich mit den Kindern Lieder singen und Tanzen kann.

Ich habe mir zusätzlich zum Basteln, Tanzen/Musik und Sport vorgenommen, im Red House auch etwas Englisch/Sience/Drawing zu unterrichten. Was ich nun donnerstags von 10.30 Uhr bis 12.00 Uhr mache. Die Kinder lernen dort zwar schon etwas Englisch, aber sie brauchen für die Primaryschool Englischkenntnisse und deshalb möchte ich sie gerne darin unterstützen. Zum Beispiel lernen wir Farben, Gemüsesorten, was man morgens braucht um sich zu waschen, Tiere usw.

Insgesamt stehe ich jede Woche aufs Neue vor der Frage, was mache ich mit den Kindern? An den Ideen scheitert es nicht, aber immer wieder stoße ich hier an Grenzen. In der Atlas School beispielsweise sind es der Platzmangel, fehlende Lagermöglichkeiten für Kunstprojekte, die Tatsache, dass die Kinder für uns selbstverständliche Dinge einfach noch nie gemacht haben (z.B. mit einem Würfel zu würfeln oder etwas zu malen, das ihnen nicht Schritt für Schritt vorgegeben wird) oder Schlicht und einfach an Materialmangel. Es gibt keine Kunst- und nur sehr wenig Sportutensilien (2 unaufgepumpte Bälle) an der Schule und anders als wir das vielleicht aus der Schulzeit kennen, gehören Schere, Buntstifte und Wasserfarbkasten nicht zu den Standartutensilien, die sich in einem tansanischen Schulrucksack befinden. Materialien für ca. 70 Kinder pro Klasse (also im Falle des Kunstunterrichts 280 Schüler pro Woche) sind manchmal nicht nur schwer aufzutreiben sondern für mich auch nicht bezahlbar.

Im Red House stoße ich vor allem auf sprachliche Grenzen, da mein Kiswahili noch zu schlecht ist und die Englischkenntinisse der Kinder sehr gering sind.

Aber ein Lehrer (Johanna) hilft mir immer und übersetzt dann meine Erklärungen vom Englischen ins Kiswahili. Das ist eine riesige Hilfe und so klappt mein Unterricht auch. Überhaupt werde ich im Red House sehr unterstützt. Meine Ideen werden mit Freude angenommen, wir haben wöchentliches "Mkotano" (Treffen) und Mtema der Leiter vom Red House unterstützt uns Freiwillige sehr. Auch die Zusammenarbeit mit den Lehrern ist toll, was mir in meinem Unterricht sehr hilft und ich mich insgesamt aufgenommen fühle wie in einer Familie.

Am Dienstag habe ich mit den Kindern im Red House Armbänder gebastelt. Vielen lieben Dank an Natalie für die tolle Spende, die Kinder haben sich sehr gefreut.

Daniel fleißig am Basteln

Am Donnerstag habe ich mich nochmal dem Thema Farben gewidmet. Danke Mama, dank dir konnte ich Arbeitsblätter kopieren.

Zusammen mit den kindern habe ich ein Farbenplakat gestaltet da schauen wir doch mal, ob die Kinder die Farben nun können (mit etwas Hilfe, hat es geklappt :))

In der Sport- und Spielestunde am Freitag konnte ich nun endlich den aus Deutschland mitgebrachten Fallschirm ausprobieren. Die Kinder lieben ihn und auch damit kann man durch Spiele super Farben lernen. Auch hier ein riesiges Dankeschön an meine Mama für den Fallschirm, das ist ein großes Highlight gewesen und ich werde ihn sicherlich nicht das letzte Mal eingesetzt haben.

  Die Kindern und auch die Erwachsenen hatten großen Spaß dabei

Bilder von Ninas Abschiedsfeier:

Nina war auch über ein Jahr im Red House, hat tolle Arbeit hier geleistet und musste nun wieder zurück nach Deutschland.

  Zubereitung des Abschiedsessens links köchelt das Gemüse, daneben wird der fisch gegrillt und rechts der Reis gekocht der gegrillte Fisch, frisch vom Fischmarkt in Dar es Salaam das leckere Gemüse mit Kokosmilch abgeschmeckt :) unsere

Red House: Gebäude und Kinder

Die Kinder spielen in der freien Spielzeit gerne mit ihrer Wippe Daniel und Baby hier wurde der Klassenraum leer geräumt um neu zu streichen die Küche links Mtema (der Leiter) seine Frau Anna und die Tochter Princess und Mary und ihre Mama Blick auf den Klassenraum und die Spielfläche 2. Spielfläche und Nachbarhaus Princess (links) und Mary (rechts) beim Mittagessen (Reis mit Bohnen) die süße Princess (Tochter von Mtema und Anna) Ui die Mary :)

Atlas School

Die Kinder durften ein Mosaik aus alten Stoffresten basteln. Leider hatte ich nur ein Kleber und so mussten die 70 Kinder geduldig warten, bis jeder Flüssigkleber auf seinem Bild hatte. Aber mittlerweile sind sie sehr geduldig und arbeiten super mit, bis auf eine Klasse, aber das bekommen wir auch noch hin.

tolle Bilder sind dabei entstanden

Dienstag, 04.02.2014

Neuigkeiten von meiner Arbeit

1. Neuigkeit:

Ja lang ist es her, dass ich mich gemeldet habe. Nun habe ich jedoch einige Neuigkeiten und Änderungen, die sich vor allem bezüglich meiner Arbeit ergeben haben.

In einem vorherigen Bericht habe ich geschildert, dass meine Projektpartnerin und ich uns überlegt haben ein Projekt namens "Creativity" zu starten. Ebenfalls wollten wir Stufe 2 in Vocation skills unterrichten und Sportunterricht machen. Dies hatten wir alles im letzten Schuljahr bis ins kleinste Detail mit unserem Koordinator, der Academic Mistress, sowie mit dem Schulleiter besprochen. Also starteten wir voller Tatendrang ins neue Schuljahr (hier fängt das Schuljahr im Januar an) und gingen davon aus, dass das Besprochene auch im Stundenplan verankert wurde. Leider mussten wir feststellen, dass der Stundenplan noch gar nicht fertig war, wir Vocation Skills überhaupt nicht unterrichten sollten und die Realisierung unseres Projektes "Creativity" auch in den Sternen stand, denn alles was wir besprochen und aufgeschrieben hatten war anscheinend nicht mehr auffindbar.

Ja da folgte wohl meine erste kleine Krise hier in meinem Jahr. Ich habe mich die ganze Zeit damit getröstet, dass ich im nächsten Jahr meine Aufgaben finden werde und mit viel Kraft, Ausdauer und Eigeninitiative wird das klappen, dass ich mal einen geregelten Tagesablauf haben werde und vor allem eine Aufgabe. Diese Illusion war dann erst einmal hinüber. Dann ging es zum Zwischenseminar und ich wusste von Janina, einer anderen Freiwilligen, dass ihre Projektpartnerin nur noch bis Ende Februar da ist und Janina unbedingt Hilfe bräuchte. Also sprachen wir mit unserer Koordinatorin über meine unbefriedigene Situation und ich äußerte den Wunsch zu Janina ins Projekt zu wechseln. Nach einem Gespräch mit unserem Koordinator Alfred im Projekt Atlas School, den wir sonst leider so gut wie nie sehen, haben wir ein Kompromiss gefunden, da ich hier in der Atlas School nicht aufgeben wollte. Alfred konnte sich sehr gut an unsere Abmachung mit der Academic Mistress und dem Headteacher erinnern und setzte sich für uns ein, dass wir unser Projekt nun doch verwirklichen können. Wir haben die bis dahin vergangenen 3 Monate damit verbracht uns förmlich Arbeit zu suchen und zu erkämpfen und nun hörte ich, dass es ein anderes Projekt gibt, das dringend Hilfe braucht. Nun zu welchem Ergebnis kamen wir also?

Ein Kompromiss zwischen Atlas School und Red House (Janinas Projekt), welcher wie folgt aussieht.

Ich mache nun Sport und unser "Creativity" Projekt an der Atlas School und ich gehe in das Red House zur Nursery School (ist wie Kindergarten und Vorschule, nur dass die Kinder auch schon Buchstaben lernen und etwas rechnen usw.), habe mir eigene Projekte überlegt wie Basteln, Musik und Tanz oder auch Sport und Spiel. An zwei Nachmittagen unterstütze ich Janina im Nachmittagsprogramm, welches aus Englischunterricht bzw. Nachhilfe für 14-17 jährige besteht.

 Mein neuer Arbeitsalltag: (rot ist Red House, blau ist Atlas School)

 Montag:

- vormittags Vorbereitung und Materialbeschaffung

- 14.40 Uhr - 16.00 Uhr Projekt "Creativity" mit Klasse 2a

 Dienstag:

- 8:00-10:00 Uhr Sport (im Moment 2a, wird sich aber nach ca. 7*mal ändern, dann ist 2b an der Reihe usw.)

- dann Vorbereitung und Materialbeschaffung

- 14.40-16.00 Uhr Projekt "Creativity" mit Klasse 2b

 Mittwoch:

- 8:00 -10:30 Uhr Nursery School

- 10:30-12:00 Teambesprechung und dann Musik und Tanz mit den Nurserykids

- 14.40-16.00 Uhr Projekt "Creativity" mit Klasse 2c

 Donnerstag:

- 8:00-10:00 Uhr Sport (im Moment mit Klasse 4a, nach einem Block von 7 Wochen folgt Klasse 4b usw.)

- 10:30-12:00 Uhr Basteln mit den Nurserykids

- 14.40-16.00 Uhr Projekt "Creativity" mit Klasse 2d

- 16:00-18:30 Uhr Englisch

 Freitag:

- 9.00-10:30 Uhr Teambesprechung (mkutano auf Kiswahili :))

- 10.30-12:00 Spiel und Sport mit den Nurserykids

- 15:30-18.30 Englisch (1* im Monat veranstalten wir einen Special Day: z.B Culture Parts mit deutschem und tansanischem Essen oder Filmabend....)

 Nun kann ich euch ein paar erste Erfolge oder auch Misserfolge meiner neuen Arbeit schildern:

 

Klassenregeln:

Wir haben uns entschieden ein Regelplakat zu entwerfen, das wie folgt aussieht:

our classrules Juhu, die Regel Regel 1: Stille-Zeichen

In 3 Klassen funktioniert das echt super, sie akzeptieren unser Stille-Zeichen und strecken mittlerweile auch, wenn sie eine Frage haben oder einen neuen Stift brauchen usw. In 3 Klassen nach 2 Unterrichtseinheiten 2 Smilys, das ist doch ein gutes Ergebnis, nur in einer Klasse ist es ziemlich schwierig. Da gilt es noch herauszufinden warum. Ja die Kinder haben zum Beispiel gelernt einfach still zu warten und zu strecken, wenn sie beispielsweise eine neue Farbe (die meisten Kinder haben keine Buntstifte und so haben wir welche gekauft, die wir dann austeilen und einsammeln, wenn die Kinder sich melden) brauchen oder ein Spitzer oder sonst etwas und nicht aufstehen, rufen oder am Besten sich gegenseitig die Dinge weg zu nehmen und das alles ganz ohne mit dem Stock zu drohen oder gar zu schlagen. Es ist schön, dass somit auch einige Lehrer sehen können, dass es alternative Methoden gibt und nicht geschlagen werden muss.

 

In der ersten Stunde haben wir so etwas wie Steckbriefe gemacht.

 

In der zweiten Unterrichtsstunde haben wir aus Wäscheklammern Namensschilder gebastelt, denn bei über 70 Kindern je Klasse, gestaltet sich das Namen lernen äußerst schwierig.

 

Heute haben wir dann mit den Kinder Masken aus Papptellern gebastelt und sie durften sie anmalen und in neue Rollen schlüpfen. Die hatten echt ein riesigen Spaß damit. Es macht richtig Spaß so mit den Kindern zu arbeiten und es bereitet Freude zu sehen wie sie sich entfalten und nicht nur auswendig lernen.

  wuaaaahhhhhhhhhhh

Im Sportunterricht kam ich durchaus an meine Grenzen. Bei ca. 500 Schülern auf dem Sportplatz nur mit seiner Klasse Sport machen zu können ist schon einmal eine Herausforderung, sowie den anderen Kindern zu erklären, dass wir nicht mit allen Kindern Sport machen können.

Ja im Moment bin ich gerade am austesten was ich mit den Kindern machen kann, denn Spiele, die in Deutschland beim Kinderturnen super funktionieren, stellen sich hier als äußerst kompliziert heraus. Super funktionieren Spiele, bei denen alle das Gleiche machen so wie bei Feuer Wasser Sturm. Das habe ich umfunktioniert in "Chapati, Beans, Ugali und Banana" (ist alles typisches Essen hier). Zu jedem Komando gehört eine vorher festgelegte Bewegung, bzw. Haltung.

Auch Brennball hat nun nach mehrmaligem üben gut geklappt. Nun bin ich gespannt, wie das weiter läuft und ob ich die richtigen Spiele und Übungen finde, die funktionieren :) Aber ich bin zuversichtlich, denn ich lerne von Tag zu Tag und auch die Kinder entwickeln sich weiter und nehmen neue Dinge an, die sie davor nicht kannten.

ja so sieht das aus wenn 500 kinder über die Straße auf den Sportplatz strömen das ist das

 

2. Neuigkeit:

Ich werde nun ab Freitag das Projekt Kiswahili lernen nochmals angehen. Wir werden nun in einer Gruppe von 6 Leuten Freitags Kiswahili Unterricht nehmen, bei einem Deutschen, der für eine andere Organisation hier Koordinator ist, welcher fließend Kiswahili spricht. Ich hoffe das bringt mich dem Ziel etwas näher Kiswahili sprechen zu können. Auch mein zweites Projekt, das Red House wird mir sicherlich behilflich sein, da die kleinen Kids kaum englisch sprechen.

3. Spenden

Nun habe ich noch eine Bitte.

Um meine Projekte hier durchzuführen und mit den Kindern zu lernen, zu basteln, zu tanzen und zu spielen benötige ich auch immer etwas Material, welches ich zwar versuche sehr günstig zu erhalten aber ganz ohne Kosten geht es leider nicht. Wie gesagt haben zum Beispiel die meisten Kinder keine Stifte und wir müssen sie kaufen. Oder auch Scheren und Bastelmaterial oder auch ein CD-Player, .. werde ich besorgen müssen.

Wer also Lust hat mich in der Arbeit mit den Kindern zu unterstützen, damit ich Material besorgen kann, darf sich sehr gerne bei mir melden. Es handelt sich wirklich nicht um große Beträge, aber wenn jemand helfen möchte, würde ich mich sehr darüber freuen und vor allem die Kinder werden sehr dankbar sein und sich freuen.

Bei Interesse bitte einfach bei mir melden ich erkläre dann alles weitere: (Spendenquittungen sind zum Ende des Jahres erhältlich)

Fabienne_Sch@web.de

Mittwoch, 27.11.2013

Ein joggender Mzungu und ein außergewöhnlicher Geburtstag

So nach nun fast zwei Monaten wird es wieder Zeit euch ein paar Dinge über mich und mein Leben im heißen Tansania zu berichten.                                                                           Bei euch wird es kalt, hier wird es immer heißer bzw. sind wir im Moment in der kleinen Regenzeit, aber im Dezember und Januar soll's noch heißer werden.

 Ich werde euch einfach über ein paar Themen und Ereignisse schreiben die gerade so aktuell waren.

 Geburtstag:

Ja wie ihr ja alle wisst habe ich in Tansania meinen ersten Geburtstag bei über 30 Grad gefeiert, ziemlich befremdlich um ehrlich zu sein, aber toll und besonders :)

An dieser Stelle auch DANKE an alle, die an diesem Tag an mich gedacht, mir gratuliert oder sogar mit mir gefeiert haben.

Da ich an einem Montag Geburtstag hatte und da alle arbeiten und wir Freiwilligen doch alle etwas auseinander wohnen, habe ich beschlossen am Sonntag reinzufeiern. Also ging's an Strand zu einer ausgeschriebenen Beach Party mit Live Band. Schlussendlich wurde es nicht richtig eine Party, obwohl die Musik so laut war, dass man sich kaum unterhalten konnte :), aber es war ein schöner gemütlicher Abend direkt am Strand und ich fand es sehr schön.

Während des abends habe ich mich jedoch nicht gefühlt als würde ich in mein Geburtstag hinein feiern, irgendwie war das alles so unglaubwürdig, so anders und auch ohne meine Familie, meinem Schatz und meinen Freunden von zu Hause.

Am nächsten Tag, also quasi an meinem Geburtstag, habe ich von Mama Tom selbst gemachte Mandazi bekommen zum Frühstück :), das ist ein Gebäck hier, von dem ich leider noch kein Foto gemacht habe. Danach ging es los zur Post, denn ich wollte mir doch mein Geburstagspäckchen abholen gehen. Ich habe mich riesig über das Päckchen meiner Eltern gefreut, mit dessen Inhalt ich nun auch etwas Adventsstimmung in mein Zimmer bringen konnte. :) Danke ihr Lieben. Das Päckchen von meinem Schatz ist leider noch nicht angekommen, ja mit der Zeit und dem pünktlich sein haben es die Tansanier einfach nicht so :)

Anschließend habe ich mir dann mein ganz selbst bestellter und bezahlter Kuchen abgeholt :) und als dann meine Kaffee und Kuchen Gäste da waren und ich den Kuchen angeschnitten habe, kam dann doch das Gefühl von Geburtstag auf :) Außerdem natürlich durch das tolle Päckchen und die vielen tollen unerwarteten Geschenke der anderen Freiwilligen (eine tolle Tasche, ein Schmuckkästchen aus Holz, Ohrringe, eine Ananas, ein Armreif, meine reparierten Flip flops, Bodylotion).

Ja und nun bin ich also auch schon 24 :), tolles Alter oder?

 

  mein Geburtstagskuchen der hatte wohl nur ganz wenig Lebensmittelfarbe in sich :) mein Geburtstagstisch Adventsstimmung bei über 30 Grad, dank Mama

 

Schule

Ja mein Projekt, die Atlas School bereitet mir im Moment etwas Bauchschmerzen, bzw. eher Langeweile. In den letzten 2 Wochen, habe ich nur ein, zweimal punktuell Unterricht gemacht und ansonsten dienstags und donnerstags morgens Sportunterricht, was mir richtig Spaß macht. Im Moment bin ich mit der Situation einfach unzufrieden, da wir nicht wirklich was machen können, da das Schuljahr hier zu Ende geht und wir keine Stunden haben. Aber nun sind gerade Examen und da halten wir Aufsicht und werden nächste Woche beim Korrigieren helfen. Ja und am Freitag haben wir ein Gespräch mit dem Schulleiter, an welchem wir unsere Projektidee vorstellen wollen. Ich kam darauf, da ich unbedingt was machen will und einfach der praktische Teil in dem Unterricht hier meiner Meinung nach fehlt und da in unserem Vertrag eigentlich steht wir sollen Musik, Sport und Kunst in der Freizeit an der Schule machen, muss ich nun Initiative ergreifen. Das Problem ist nur, hier gibt es keine Freizeit, die haben nicht einmal eine richtige Pause in der sie mal Toben können. Sie haben eine Pause am Morgen und eine mittags, in denen es Essen gibt, aber sonst müssen sie auch in Zwischenzeiten still sitzen und ruhig sein, außerdem gibt es auch nicht wirklich einen Schulhof, da alles sehr eng ist und nicht viel Platz zwischen den Häusern. Um den Kindern aber etwas Bewegung und Kreativität zu ermöglichen, was auch helfen würde um im Unterricht konzentriert und still zu sein, habe ich mir diese Projekt überlegt. Der Titel ist "Sport and Creativitiy" und laut Schulleiter soll dieses dann als Unterricht in den Stundenplan kommen. Der Sinn ist es, den sonst so äußert theoretischen Unterricht, in dem sogar Gymnastik, Rope skipping, Nähen, Modellieren und anderes kreatives, an die Tafel geschrieben wird und auswendig gelernt wird, anstatt es praktisch zu machen. Diese Themen sollen in dem Projekt aufgegriffen werden und durch weitere und neue Sport-, Bastel-, und Kreativitätsideen ergänzt werden. Ich könnte hier noch viele weitere Aspekte auflisten, wie Selbstverwirklichung, Kooperation, Soziales Miteinander, Selbstbewusstsein und vieles vieles mehr, was dadurch geschult werden kann.

Ja nun bin ich gespannt, was der Schulleiter zu unserem Projekt sagt und ich hoffe wir können dann im Januar voller Tatendrang starten.

Wenn es wirklich etwas wird mit diesem Projekt, dann wird das ein Grund für mich sein, um ein Spendenkonto einzurichten, auf das jeder etwas überweisen kann der diese Arbeit unterstützen möchte und den Kindern ermöglichen möchte auch praktisch, "learning by doing" zu lernen. Denn um mit den Kindern zu basteln, zu spielen und sie frei entfalten zu lassen, benötigen wir dann auch einige Materialien, die wir davon dann kaufen könnten, wie Bastelmaterial, Bälle.....

Ich werde in meinem nächsten Bericht aber nochmals darauf eingehen und ihr könnt mich natürlich auch jederzeit fragen. Nun muss ich nur erst einmal den Freitag, 29.11.2013 abwarten.

Freizeit

Ja wie viele wissen, bin ich ja zu Hause sehr sportlich und ich habe dies hier schon sehr vermisst, deshalb habe ich mir einige Möglichkeiten gesucht um hier Sport zu treiben.

Mittwochs gehe ich, wie schon berichtet immer zum Fußball spielen.

Nun war ich auch wirklich schon zweimal hier joggen :) Ich bin dann nach der Schule so um 16 Uhr ca 40-45 min heim gejoggt, sehr zum Vergnügen der Tansanier. Ich bin da das absolute Highlight, nicht nur ein Mzungu, nein ein joggender Mzungu und dann noch eine Frau, das ist einfach zu viel. Nein Spaß bei Seite :). Ich muss ja sagen, mich stört das nicht, wenn ich dazu beitragen kann, dass ein paar Menschen sich dadurch amüsieren, dann tue ich das doch gerne. Nur in Ubungo (das ist ein Stadtteil, mit einer der größten und meist befahrenen - dadurch eigentlich auch immer Stau - Straßen in Dar es Salaam und auf dem Gehweg werden alle möglichen Dinge, wie Obst, Schuhe Klamotten, Hygiene- und Elektroartikel und so weiter verkauft), also in Ubungo, wo meine Schule liegt, gleicht mein joggen erst einmal einem Hürdenlauf durch eine abartige Menschenmenge und die Luft der Abgase ist auch nicht so prickelnd, aber was soll's, Hauptsache ich komme zu meinem Sport :)

Ja und am Montag war ich nun das erste Mal endlich tanzen. Das ist eine Gruppe, die sich montags, mittwochs und freitags zum tanzen trifft und traditionell afrikanisch tanzt. Anfangs war es mir etwas peinlich, denn, wie schon erwähnt, glaub ich alle Tansanier tanzen können und zwar richtig gut. Ich glaube ich habe mich aber nicht ganz so schlecht angestellt, nur das mit dem Hüftschwung und vor allem den Hintern wackeln muss dann noch etwas ausgefeilt werden :). auf jeden Fall hat es richtig Spaß gemacht und die Frauen und Männer sind sehr nett und geduldig :)

An diesem Nachmittag wurden Melina und ich auch noch von Leuten auf der Straße zum Kaffee eingeladen, da wir auf einem Stein saßen und gewartet haben von einem aus der Tanzgruppe abgeholt zu werden. Dieser Kaffee hat dann entschädigt, dass wir anstatt die angekündigten 10 min, 40 min gewartet haben, naja waren eben tansanische 40 min :), alles etwas "polepole-nur langsam". Ja das kann einem hier passieren und es gilt als sehr sehr unhöflich, das abzulehnen. Also wir sind nicht in ein Cafe gegangen oder so. Es gibt hier Leute, die einfach mit einer Kanne Kaffee (oft aus Zinn oder Metall und unten sind heiße Kohlen, um es warm zu halten) und oft noch Gebäck auf den Straßen herum laufen oder stehen und das dort verkaufen. Leider habe ich davon kein Foto, ich hoffe ich denke daran das nachzuholen.

 

Alltag und Essen:

Hier noch ein paar Alltagsfotos und von typischem Essen hier. Das werde ich nun einfach immer wieder an meine Blogberichte anhängen, damit ihr einfach Bilder aus dem Alltag und dem Leben der Leute mitbekommt.

Pilau und kachumbari(Rohkostsalat aus Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Zitrone und Salz eine Frühstücksvariante: Chapati (Art Pfannkuchen oder Fladenbrot aus Wasser, Mehl und Öl, sehr viel Öl :(, aber lecker), frische Milch von den Kühen im Hof mit Tee und ndizi (banane)

Piki-Piki (Motorradtaxi), auf die mich aber keine 10 Pferde bekommen, bei dem Verkehr, bei den vielen Unfällen und das ganze ohne Helm ja das in der Tüte ist ein Huhn (Kuku), welches gerade im Bus (dalla dalla), frisch vom Markt in den Kochtopf transportiert wird Kontrast: Hochhaus und Wellblechhütten Straßenmarkt Sinza Mori (ein Teil meiner täglichen Strecke zum Bus)

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